... unsere Einstellung

Aber das Wichtigste noch weit vor unserem „Unterhaltungsangebot“ ist wohl die LIEBE, die wir unseren Schützlingen entgegenbringen.

Viele Mitarbeiter im Tierschutz machen diesen Beruf, weil sie keine andere Arbeit bekommen haben – wir machen sie aus Überzeugung. Und wer fragt, ob es nicht schwer fällt, ein geliebtes Tier in fremde Hände zu geben, dem können wir nur sagen, dass wir dann unseren Job nicht verstanden haben. Warum? Weil es unsere Aufgabe ist, das beste Zuhause für ein Tier zu finden. Sollten wir deshalb ein schlechtes Gefühl haben, ist es wohl doch nicht die richtige Familie oder wir verstehen das Wort Liebe falsch. Es bedeutet auch, für ein besseres Leben loszulassen. Und es gibt für uns nichts Schöneres, als dass Post mit Grüße und vielen Fotos von unseren Lieben und deren neuen Familie ins Haus flattert.

 

Jedes unserer Tiere braucht seine ganz eigene Art der Zuwendung. Manche sind sehr scheu und müssen erst lernen, Vertrauen zu fassen. Andere wiederum kommen aus sehr guten Familienverhältnissen und möchten auch bei uns einfach nur kuscheln. Es kommen Tiere zu uns, die knuddeln gar nicht kennen und einfach nur viel Ball spielen und so manch einer freut sich nach einigen Jahren als Kettenhund schon darüber, wenn er mal  u n s e r e  E i n s t e l l u n g
freundlich angesprochen wird. Unser Beruf ist abwechslungsreich und bestimmt nicht immer der Beste für sensible Gemüter – aber er ist erfüllend und gut für die Seele.

 

Ein gutes Beispiel , wie wir unsere Arbeit verstehen, war wohl unser Borsti. Er kam 1994 als „Glücksschwein“ zu uns. Er wurde als Ferkel einem Hochzeitspaar überreicht, das wohl hoffte, es handelt sich um ein Minipig. Aus dem Minipig wurde schnell ein Maxipig und so konnte er also nicht mehr in der Wohnung gehalten werden.
Er kam zu uns und konnte ein glückliches Schweinchen sein. Borsti konnte Tag und Nacht raus wenn er es wollte, konnte sich so richtig einschlemmen und wurde nur mit guten Dingen gefüttert. Im Sommer haben wir seinen Rosa-Teint noch gepflegt und ihn, wenn er völlig unvernünftig ohne Schlammpackung in der Sonne gebraten hat, mit Sonnencreme eingecremt. Er wurde also gebürstet, geschrubbt, geknuddelt und geliebt. Im Sommer wurde er mit Sonnencreme verwöhnt und im Winter mit Wärmelampen.
Aber leider kamen auch völlig verständnislose Menschen, die nur meinten:“ Das ist doch nur ein Schlachtschwein! Warum gebt ihr es nicht in die Wurst?!“ Aber genau das ist das Problem – viele Haustierrassen sind für die meisten Menschen nur ein Schnitzel und sie bekommen gar nicht mit, was für Charaktere dahinter stecken.

Wir mussten unser Lieblingsschwein im Winter im Alter von 14 Jahren von seinen Arthritis –Schmerzen befreien. Er konnte einfach nicht mehr aufstehen.

Wir vermissen ihn sehr!
Seit August 2008 leben bei uns die beiden Bio-Schweinchen „Edelweiß und Veilchen“ .